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Reittherapie

Reittherapie spricht den Menschen ganzheitlich über alle Sinne an.  Die Begegnung zwischen Mensch und Pferd, die Auseinandersetzung die daraus entsteht sowie alle Aktivitäten rund um das Pferd und seine Umgebung werden in die Therapie mit einbezogen

Reittherapie 60 min      80.- 

Bei Fragen steht Ihnen Maggie gerne zu Verfügung:  079 352 82 03

Einen Ausschnitt von Maggies schriftlicher Abschlussarbeit:

Das Pferd als Co-Therapeut


Die Geschichte des Pferdes geht weit zurück.  Schon im 16. Jahrhundert werden in ärztlichen Berichten Gesundheit förderende Aspekte des Reitens beschrieben.  Das Reiten als Therapieform wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt.  Heute wird die Therapie – Reiten wie bereits erwähnt in verschiedenen Formen und von verschiedenen Einrichtungen angeboten.

Das Pferd bietet viele Möglichkeiten, die für eine Therapie benützt werden können.  Das Pferd ist ein sensibles Wesen das Menschen grundsätzlich gerne hat und dadurch sehr bereit ist, eine Beziehung mit ihnen einzugehen.  Das Pferd lebt im „Hier und Jetzt“.  Obwohl ein Pferd durch viel Kraft, Grösse und Eleganz dominiert und Eindruck macht, akzeptiert es den Menschen wie er ist ohne Vorurteile.  Pferde spiegeln schnell ihr Gegenüber:  zum Beispiel werden sie liebevoll behandelt sind sie auch lieb; ist der Mensch aggressiv, reagiert das Pferd sofort auch mit Aggressivität.  Geht der Mensch respektlos mit dem Pferd um, zeigt das Pferd auch keinen Respekt gegenüber dem Menschen.

Im Bezug auf die Reittherapie ist auch interessant, dass Pferde wie wer Menschen in einem sozialen Umfeld leben (in einer Herde) und sie erleben dadurch die daraus entstehenden Hierarchien.  Durch die grosse Sensibilität des Pferdes fördert es den Menschen, sich selber besser zu beobachten, in sich hineinzuschauen, um sich dadurch selber besser kennen zu lernen und zu verstehen.  Durch die schaukelnden Bewegungen während dem Reiten und durch die angenehme Körperwärme vermittelt das Pferd dem Reiter Geborgenheit und das wunderbare Gefühl:-Angenommen und Getragen zu sein-.

Reittherapie ist eine Möglichkeit zur Unterstützung und Förderung der Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit

Wie oben erwähnt haben Menschen und Pferde gewisse Gemeinsamkeiten in ihren Beziehungen im eigenen Sozialfeld.  Um eine Beziehung untereinander aufzubauen und zu erhalten benötigt es einen Informationsaustausch.  Es braucht Mittel und Wege um Gedanken, Sachverhalte, Absichten, Wünsche und Gefühle mitzuteilen und/oder Grenzen zu setzten; so entsteht Kommunikation.  Menschen teilen Informationen durch Tonfall, Gestik, Körperhaltung, Verhalten und Wort mit.  Auch Tiere kommunizieren, besonders das Pferd zeigt klar und deutlich seine Befindlichkeit durch Verhalten und Körpersprache.  Die Menschen kommunizieren wie bereits erwähnt auch über Verhalten und Körpersprache doch steht die Wort-Sprache im Vordergrund, wobei die verbale Sprache die Kommunikation manchmal verkompliziert.  Hingegen drückt sich das Pferd klar und deutlich aus über seinen Ausdruck und seine Körpersprache.  Weil Mensch und Pferd zusammen vor allem über Körpersprache kommunizieren, kann dies Vorteile haben.

Besonders für Kinder die Spracherwerbs-Schwierigkeiten haben oder auch für Erwachsene mit Kommunikationsauffälligkeiten, kann diese Erfahrung von grosser Bedeutung sein.  Mit dem Pferd als C.-Therapeut kann die Reittherapeutin die Sprechfreude des Kindes oder des Erwachsenen fördern ohne, dass sie korrigiert und/oder dominiert werden.  Zudem lernen sie in der Interaktion mit dem Pferd sich klar und deutlich ausdrücken, da ihnen das Pferd Unklarheit, schlechten Umgang und zwiespältige Körpersprache sofort spiegelt.  Diese direkt erlebte Handlung-Reaktion-Auseinandersetzung zwischen Mensch und Pferd ergibt einen sichtbaren Beitrag zu Verbesserung die Kommunikationsfähigkeit.

Ein weiterer Gedanke zur Wirkung der Reittherapie ist das menschliche Bedürfnis nach Kontakt und meistens eine grundsätzliche Zuneigung zu Pferden und tieren im Allgemeinen.  Gäng schreibt: „Durch Tierhaltung und den Umgang mit Tieren kann die Persönlichkeitsbildung gefördert werden und die Kontaktaufnahme zu den Mitmenschen und zur Umgebung erleichtert werden“.

Besonders für das Kind fühlt sich das Leben und die Umwelt ganz anders an vom Pferderücken aus.  Es ist ein Stück über dem Boden, es hat plötzlich mehr Uebersicht und das Pferd vermittelt ihm eine Gefühl vom Stärke und seine Wärme eine Gefühl vom Geborgenheit.

Durch das Reiten erhält das Kind dauernd Impulse zum vestibulären System, dies stärkt die Fähigkeit das Gleichgewicht zu finden und zu halten. Es sind starke Impulse zur Wahrnehmung des Körpers im „Hier und Jetzt“!

Kiesling sieht die Reittherapie als umfassende Sensorische Integration.  Alle Sinne werden angesprochen, verbunden und integriert, sonst ist reiten kaum möglich.  Es fördert die Aufmerksamkeit, die Konzentration, das Sozialverhalten und gleichzeitig stärkt es das Selbstwertgefühl.

Die Reittherapie findet dazu auf einem statt, da können die Kinder mit allen Sinnen, mit Körper und Seele Erfahrungen und Erlebnisse machen, die ganz natürlich zu Gesprächen führen zwischen allen Anwesenden.  Genau diese sinnlichen Handlungen, Interaktionen, Begegnungen und körperlichen Bewegungen sind die Basis einer ganzheitlichen Entwicklungsförderung.

Kuhlenkamp schreibt:  „Förderung ist nicht „Sprache üben“, sondern dem Kind die Möglichkeit bieten sinnvoll zu handeln, zu interagieren und die Welt über Bewegung zu erfahren“.

Und wie es der veränderte „Sprachbaum“ auf Seite 9 zeigt:- Die Kindliche Sinneserfahrung ist die direkteste Art zu lernen.

Einsatzmöglichkeiten der Reittherapie

Reittherapie kann als Unterstützung und Fördermassnahme eingesetzt werden.  Sie kann für Menschen mit psychischen, geistigen und neurologischen Auffälligkeiten Hilfe anbieten.  Zum Beispiel bei:

-          Lernbehinderung und Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Down Syndrom, ADHS,         Autismus)

-          Psychomotorischen Entwicklungsstörungen

-          Psychische Störungen, Burnout Syndrom

-          Spracherwerbsproblemen

-          Reha Patienten

-          Therapiemüdigkeit

-          Nach Schlaganfall oder Unfall

Die kindliche Sinneserfahrung – die direkteste Art zu lernen!

In der Literatur ist auffallend wie sehr die kindlichen Sinneserfahrungen als direkteste Art zu lernen betont werden.  Meine eigenen Erfahrungen in der Krippe und auf dem Bauernhof zeigen genau in diese Richtung.  So ist es mir ein grossen Anliegen die Kinder in allen Sinnesbereichen zu fördern, sie zu motivieren und zu unterstutzen, damit sie möglichst viele Erfahrungen machen können.  Durch die vielen Sinneseindrücke bereichert sich die Lebenserfahrung des Kindes sehr.  Es bekommt so einen starken Nährboden für die Entwicklung der Sprache und für das Wachsen eines wachen, belastbaren Intellekts.

Richard Humm schreibt in einem Artikel: „der sinnesfrohe junge Mensch begreift und erfasst jeden Augenblick seines Lebens mit wachen Sinnen.  Wechselseitig empfangen bei ihm Sinnesempfindungen, Gefühle, Gedanken und Genüsse voneinander Impulse.  Die so gewonnene Intelligenz macht unsere Kinder glücklich und zufrieden, den sie ist veranlagt und gewachsen auf dem urgrund einer gesunden Sinnlichkeit, dem Organ zur Steigerung der Lebensqualitat“.

Jane Ayres postuliert zum Beispiel, dass die ersten 7 Jahre beim Kind für die sensomotorische Entwicklung äusserst wichtig sind.  In dieser Phase sollten sich Kinder viel bewegen, um genügend Impulse für die sensorische Integration zu bekommen.  Bereits an früherer Stelle habe ich darauf hingewiesen wie wichtig dies für die Entwicklung der Sprache ist.